Neue Studie: Ursachen der Energiekrise 2021-2022 in Europa entschlüsselt
BerlinEine Energiekrise begann in Europa im Zeitraum 2021-2022 nach der Invasion Russlands in die Ukraine. Dies führte zu einem starken Anstieg der Strompreise, selbst in Ländern, die kein russisches Gas nutzen. Wissenschaftler vom Institut für Energie- und Klimaforschung des Forschungszentrums Jülich, der Universität zu Köln und der Norwegischen Universität für Lebenswissenschaften untersuchten die Ursachen dieser Krise.
Sie untersuchten die Zusammenhänge der Strompreise in verschiedenen Ländern. Dabei befassten sie sich mit folgenden Hauptpunkten:
Wir kategorisieren europäische Länder nach ähnlichem Marktverhalten, analysieren die Entwicklung von Strompreisen über Zeit und Raum und beobachten Veränderungen während der Energiekrise.
Die Forscher nutzten Konzepte aus der statistischen Physik und der Netzwerkforschung, um über die Grenzen der traditionellen Wirtschaftswissenschaften hinauszugehen. Dirk Witthaut, Professor für Netzwerkforschung, erklärte, dass das Verständnis dieser Verbindungen einen bedeutenden Fortschritt darstellt.
Während der Krise sind die Strompreise stark gestiegen, vor allem in Frankreich und Südnorwegen. Dies war unerwartet, da sie dort keinen russischen Gas für die Stromerzeugung nutzen. Gründe dafür waren unter anderem, dass Frankreichs Atomkraftwerke nicht funktionierten und neue Netzverbindungen in Norwegen entstanden.
20. November 2024 · 17:46
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Das Team fand heraus, dass das europäische Stromnetz eng zusammenarbeitet, was den Verbrauchern zugutekommt. Sie stellten fest, dass die Betrachtung der Elektrizitätssysteme nur auf nationaler Ebene ein verzerrtes Bild liefern kann. Witthaut betonte die Notwendigkeit, Elektrizität in politischen Diskussionen aus einer europäischen Perspektive zu betrachten.
Die Energiekrise hat gezeigt, dass viele Faktoren die Strompreise beeinflussen. Ein wesentlicher Grund waren hohe Gaspreise, aber es gab auch weitere Ursachen. Bei der Analyse und Vorhersage von Strompreisen ist es wichtig, internationale Verbindungen zu berücksichtigen.
Die Forscher sind der Ansicht, dass ihre Ergebnisse dabei helfen werden, die Strompreise besser vorherzusagen. Viele Wissenschaftler untersuchen nur nationale Märkte, aber internationale Wechselwirkungen sind ebenfalls wichtig. Um genaue Prognosen zu erstellen, ist es notwendig, alle Länder gemeinsam zu modellieren.
Das Team wird nun über das bloße Betrachten von Korrelationen hinausgehen. Sie planen herauszufinden, was wofür ursächlich ist. Eine große Diskussion dreht sich darum, wie Veränderungen im Strommix Preise und Kosten beeinflussen. Einfache Korrelationen können Fragen nach den Auswirkungen von erneuerbaren Energien oder der Rolle von Kernkraftwerken nicht beantworten. Stattdessen müssen sie die tatsächlichen Ursache-Wirkungs-Beziehungen messen.
Die Studie wird hier veröffentlicht:
http://dx.doi.org/10.1063/5.0201734und seine offizielle Zitation - einschließlich Autoren und Zeitschrift - lautet
Julius Trebbien, Anton Tausendfreund, Leonardo Rydin Gorjão, Dirk Witthaut. Patterns and correlations in European electricity prices. Chaos: An Interdisciplinary Journal of Nonlinear Science, 2024; 34 (7) DOI: 10.1063/5.020173418. November 2024 · 16:40
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